Workshops 2020

Workshops:

Die Vier-in-Einem-Perspektive: ein nützlicher Kompass (nicht nur) in Krisen oder: Was lernen wir von Corona für unsere konkrete Utope?
mit Nina Eumann und Annegret Gabelin

Die Vier-in-Einem-Perspektive orientiert  auf eine Veränderung der Verteilung von Zeit und Arbeit. Erinnert euch das ein wenig an die Zeit der Corona-Krise? Haben viele von uns nicht gedacht, jetzt werden wir die Vier-in-Einem-Perspektive wieder mehr in den Fokus rücken können, weil sich Türen öffnen für die Beteiligung aller an der Sorgearbeit?

Wir wollen dem nachgehen in unserem Workshop. Es geht um nichts weniger als die Frage nach den notwendigen Arbeiten in unserer Gesellschaft und ihrer gerechten Verteilung.

Wir wollen uns die Vier-in-Einem-Perspektive als nützlichen Kompass aneignen und prüfen, ob und wie sich unsere Utopie ändert in Zeiten von Corona und anderen Krisen. Wir werden darüber reden, was gesamtgesellschaftliche Arbeiten sind, wie sie verteilt werden können auf alle und wie wir mit den daraus gewonnen Erkenntnissen eingreifen können in Entscheidungsräume – die ja bereits jetzt verteilt werden.


Schaffenskrisen – Krisenschaffen: über Kreativität und Zerstörung
mit Katharina Schwabedissen und Pamela Strutz

Künstlerisches Tun ist eine Form und menschliche Fähigkeit, zur Bearbeitung von Krisen. Kreativität schafft Neues, braucht aber auch einen Anteil an Zerstörung – sie ist eine schaffende Kraft. Wir wollen in unserem Workshop das Thema Krise als Collage verarbeiten und von der Krise der einzelnen aus in kollektive Veränderungsprozesse gehen. Dazu wollen wir unsere eigenen Krisenerfahrungen ins Bild setzen. Jede Teilnehmerin bringt dazu einen kurzen Text (nicht länger als eine halbe Seite) mit, in dem sie ihre Krise oder ihren Blick auf ihre Krise wieder findet. Es können eigene Texte, Gedichte, Textauszüge, Zitate, Überschriften, Slogans oder Bildbeschreibungen sein. Im Nachmittag steht die Frage kollektiver Krisenbearbeitung im Mittelpunkt. Bitte bringt Zeitschriften mit, die ihr noch aus diesem Jahr zu Hause habt – oder beim Zahnarzt, der Hausärztin oder dem Friseur mitgehen lasst.


Erfahrungen in der Krise – Erinnerungsarbeit
mit Frigga Haug, Melanie Stitz und Johanna Sindlinger

Methode ist die Erinnerungsarbeit. Dazu braucht es die Vorbereitung von allen, die mitmachen. Voraussetzung ist, dass zuvor eine Erfahrung beschrieben und ausgedruckt mitgebracht wird (1-2 Seiten, getippt, ca. 10 Mal kopiert) – das genaue Thema schlagen wir noch rechtzeitig vor.

Eine Einführung zur Erinnerungsarbeit gibt es hier: https://feministischeherbstakademie2013.files.wordpress.com/2015/03/haug_leitfaden-erinnerungsarbeit_1999.pdf) ein Leitfaden zur Methode von Frigga Haug

Ein Beispiel hier: https://feministischeherbstakademie2013.files.wordpress.com/2013/07/beispiel-8-mc3a4rz.pdf)

Sowie hier, im Protokoll zur letzten Herbstakademie ab Seite 26:

Klicke, um auf nur-utopien-sind-realistisch-protokoll-der-feministischen-herbstakademie-2019ii.pdf zuzugreifen


Krisenberichterstattung – oder wie Feminismus in aktuellen Debatten zu Wort kommt
Medienanalyse und Schreibwerkstatt mit Sigrun Matthiesen und Anne-Kathrin Lennarth

Der Workshop beginnt mit einer kritischen Medienauswertung die sich auf aktuelle empirische Forschung stützt, und bietet Raum, eigene Erfahrungen und Beobachtungen zu teilen. In der praktischen Phase können ausgewählte Texte feministisch umgeschrieben werden oder Beiträge zu eigenen Themen produziert werden. Dabei werden sowohl gängige analoge Textformen als auch neue digitale Formate z.B. in social media Kanälen berücksichtigt.

Kritische Auseinandersetzung mit digitaler Technologie aus feministischer Sicht
mit Sabine Skubsch und Biggi Ostmeyer

Nach kurzen Inputs wollen wir uns gemeinsam mit folgenden Fragen befassen:

  • Wie verändern die neuen Technologien unser Verhalten (dazu Frigga Haug: Facebookverhalten)
  • Digitale Technologien verändern unser Leben in allen Bereichen – Wie nutzen wir die technischen Möglichkeiten? Wie wollen wir sie nutzen?
  • Homeoffice: Alptraum oder Chance? Wochenlang konnte während der Coronakrise die Arbeit im Homeoffice erprobt bzw. erlitten werden. Welche Erkenntnisse ziehen wir daraus?
  • Wie wirken sich die Veränderungen durch die digitale Transformation auf die Geschlechterverhältnisse aus (Arbeitsmarkt, Bildung, Verteilung, bezahlte, unbezahlte Arbeit, Einkommen, Vermögen, Familienstrukturen, Beteiligung, Macht, Partizipation)? Welche Befürchtungen haben wir? Welche Utopien lassen sich damit verbinden?
  • Digitalisierung vergrößert die soziale Kluft. Mit welchen Mechanismen? Wie wollen wir gegensteuern?
  • Social Media: Welcher Umgang ist beispielsweise mit Hass-Kommentaren möglich?
  • Wie erheben wir einen feministischen Gestaltungsanspruch auf den Prozess der digitalen Transformation? Was ist unsere Utopie darin? Wie können wir für sie kämpfen?