Feministisch (Über-)Leben: Krieg den Kriegern

Save the Date: Die nächste Feministische Herbstakademie findet vom 6.-8. November 2026 im Bunten Haus in Bielefeld statt.

Wir leben in einer Zeit, in der Krieg nicht mehr als Bruch erscheint, sondern zunehmend als Normalität organisiert wird. Krieg heißt nun Sicherheit, und die milliardenschwere Aufrüstung begegnet uns als scheinbar vernünftige Antwort auf globale Widersprüche im krisengeschüttelten Kapitalismus. In dieser Verschiebung wird Militarisierung auch im Alltagsbewusstsein verankert: Sie wird sagbar, fühlbar, zustimmungsfähig. Vom Pizza-Karton in Flecktarn bis zum Panzerfahren beim Dorffest: Der neue Militarismus kommt scheinbar harmlos daher.

Die Kehrseite hiervon sind schmerzliche Kürzungen bei allem, was das Leben trägt: Wohnen, Bildung, Sorgearbeit, Gesundheit, Schutz der ökologischen Grundlagen – all dies wird verknappt, zurückgestellt, geopfert. Es ist die bekannte Hierarchie: Die Produktion des Lebens, wie Frigga Haug es nennt, wird der Organisation von Zerstörung untergeordnet.

In dieser Situation gewinnt die Parole „Feministisch (Über-)Leben: Krieg den Kriegern“ ihre Bedeutung. Sie richtet sich gegen gesellschaftliche Verhältnisse, die Kriege hervorbringen und notwendig machen. Gegen Strukturen, die aus Konkurrenz, Verwertung und Herrschaft immer wieder Hass, Feindbilder und Gewalt generieren – und diese zugleich als unvermeidlich erscheinen lassen. Feministische Kritik heißt daher, die Logik des Krieges selbst anzugreifen: ihre materiellen Grundlagen, ihre ideologischen Formen und ihre schleichende Verankerung in den Köpfen und Herzen.

Die Feministische Herbstakademie 2026 ist für uns ein Raum, in dem wir Widersprüche herausarbeiten und produktiv machen können – auch diejenigen, die durch uns selbst mitten hindurchgehen. Wir forschen nach den Möglichkeiten eines feministischen Antimilitarismus, der die Ohnmacht aufgreift und über moralische Appelle hinausgeht: Wie sind die Geschlechter je spezifisch in die Kriegslogik eingelassen? Was lässt sich aus historischem Widerstand von Frauen gegen Krieg und Faschismus lernen? Welche Perspektiven entwickeln feministische Bewegungen weltweit? Und was bedeutet Frieden in einer Welt, deren ökonomische Grundlagen immer schon auf Gewalt beruhen?

Die Feministische Herbstakademie ist offen für alle, die sich als Frauen verstehen.

Eine Anmeldung ist derzeit noch nicht möglich. Das Anmelde-Formular wird voraussichtlich im Juli 2026 online gestellt.

Feministische Herbstakademie 2019

Utopien – vom Himmel in die Praxis
Feministische Herbstakademie für Frauen

Ohne Utopien lässt sich zwar Überleben, aber nicht gut leben. Utopien, als Fernziel, geben unserer politischen Praxis Sinn und Richtung. Kaum etwas ist lähmender, als der Glaube, es gäbe keine Alternative zum Bestehenden. Wir brauchen Ideen und Erzählungen vom guten Leben, von dem, was möglich sein und werden kann, um uns und andere für das Verändern zu gewinnen.
Wie aber müssen unsere Utopien gefasst sein, damit sie uns wirklich handlungsfähig machen? Was bedeutet es, wenn wir Menschen, also auch uns, mit Marx als „Ensemble gesellschaftlicher Verhältnisse“ begreifen – mit all unseren Widersprüchen,  widerstreitenden Begehren und bislang  „nützlichen“ Gewohnheiten?  Inwiefern sind wir im Alten immer noch verhaftet?  Welche Erfahrungen und Praxen im Hier und Jetzt sind nützlich auch für künftiges Gemeinwesen? Wie erden wir Utopien in unserem Hier und Jetzt? Wo sind die Verhältnisse bereits in Krise? Welche Widersprüche bringen das scheinbar Festgefügte derzeit in Bewegung? Inwiefern sind Utopien Kritiken am Bestehenden? Was lernen wir aus früheren, vor allem feministischen Utopien – und womöglich auch aus ihrem Scheitern in der Praxis?

Diesen und anderen Fragen wollen wir gemeinsam nachgehen.

Die Feministische Herbstakademie findet vom 25. bis 27. OKtober 2019 in Bielefeld im Bunten Haus statt.
Wir beginnen am Freitag um 16 Uhr und enden am Sonntag um 13 Uhr.

Anschrift

Buntes Haus,
Senner Hellweg 461
33689 Bielefeld
Infos zur Anfahrt findet ihr hier.